NOMEN EST OMEN
Carolin Ellwanger zu den Namensbildern von Konstantin Voit, Mannheim 2007
Namensbilder sind der aktuelle Werkbereich der Produktionsstätte Malfabrik. Insbesondere diese im Jahr 2005 begonnene Serie des Malfabrik-Direktors Konstantin Voit, propagiert das kommunitaristische Prinzip: „Kunst für alle!“
Integriert in die Fertigungsmethode der Namensbilder ist der Gestaltungsspielraum desjenigen, der das Kunstwerk in Auftrag gibt.
Namensbilder sind Kunst im Bestellformat. Dabei werden spezifische, individuelle Wünsche umgesetzt und mitgearbeitet, wodurch der im Bild repräsentierte Namens-träger sich und seine Besonderheit in Symbolen darstellen kann. Sehr persönliche Kunstwerke entstehen, die sich einzig auf jene Person beziehen, die sie in Formen zu fassen versuchen. Auch die Kombination der Zeichen ist einmalig. Die einzelnen Buch-staben, die den jeweiligen Namen bilden, werden mit Symbolen belegt, werden mit dem Motiv bildendes Element. Diese stehen dabei nicht nur repräsentativ für den Namen eines Menschen, sondern auch für seine Interessen, die jeweils einen Reflex auf seinen Charakter werfen. So könnte man Konstantin Voits Namensbilder auch als Charakterbilder betiteln.
Denn damit verbinden sich Geschichten, Merkmale und Wesenszüge, Vorlieben oder Eigenheiten. Im Namen eines Menschen stecken Wurzeln und Ursprünge, werden Erlebnisbilder mittransportiert. Im Namensbild kann eine Person treffend, oder auch ironisch gebrochen im Bild charakterisiert werden.
Gefertigt werden die Werke auf Leinwand mit Sprayfarben auf Acrylharzbasis, in den Formaten 30 x 40 cm oder 60 x 80 cm. Das Konvolut von über 3000 Matrizen und die Farben der umfangreichen Spraypalette sind frei wählbar.
Charakteristisch für Konstantin Voit und seine Kunstauffassung bildet auch in diesem Werkblock die Symbolik der Zeichen eine bewegliche Formensprache: Der Name ist ein Zeichen!
Die Grundidee der Namensbilder stammt bereits aus dem ersten Schaffensblock, der als Abschlussarbeit an der Kunsthochschule in Hamburg entstand. Der Direktor der Malfabrik produziert Kunst stets mit System, in vielseitigen Variationen, die ihm sein Ideenkatalog Malfabrik anbietet.
Dieser „Produktkatalog“ der Bildfindungen beinhaltet alle möglichen Bilder, die seit 1993 vorentworfen wurden und sich zu neuen Werkblöcken ausformulieren lassen.
Das System Malfabrik enthält, was für Konstantin Voit bedeutungsvoll war und ist, um als Gedanke bearbeitet und in ein Kunstwerk transportiert zu werden. Festgehalten sind wesentliche Fragestellungen der Kunstgeschichte ebenso wie als Besonderheit empfund-enes; Filme, Bücher, Gefundenes und Gesuchtes. Allesamt vorhandene Formdaten der existierenden Welt. Diese stehen wiederum in direktem Bezug zur Person des Künst-lers. Das System Malfabrik etabliert das künstlerische Ego, das sich immer wieder aus sich selbst heraus neu modelliert.
Einen beeindruckenden ersten Zugang zum System Malfabrik erhält man unter www.malfabrik.de.
Text: © 2007 Carolin Ellwanger
Carolin Ellwanger war viele Jahre kuratorische Assistenz in der Fotogalerie ZEPHYR, Mannheim und ist seit 2009 Geschäftsführerin des Internationalen Fotofestivals Mannheim/Ludwigshafen/Heidelberg.


















































































































































































